1914
1915
1916
~1917...


Introduction
In the Austrian
army
Serbian
captivity
Italian
captivity
French
captivity
original

Úvod
V rakouské
armádì
Srbské
zajetí
Italské
zajetí
Francouzské
zajetí


Einleitung
In österreichischer
Gefangenschaft
paralell


1914

1915

1916
 
~1917...

 

Erinnerungen aus dem ersten Weltkrieg 1914 bis 1918.
Von Josef Šrámek aus Aussig an der Elbe

In österreichischer Armee

September den 26.

Nach vierwöchigem Drill fahren wir von Pilsen ab in Richtung Budweis, Gmünd, Wien auf die serbische Front. Wir fahren, um Menschen zu töten, die uns nichts getan haben. "Der Gott will es so", hat uns der Feldkurat in seiner Predigt gesagt.
Wir fahren durch Salzburg, Semmering - diese bezaubernde Landschaft lasse ich ungeachtet - ich verabschiede mich mit schwerem Herzen von meiner schönen Heimat. Ich denke an die Eltern, mir wird traurig und bange, werden wir uns jeweils noch wiedersehen und wann ? Kehre ich zurück ?
September den 30.

Wir meiden Slawonien, fahren durch Bosnien und steigen in Niedertuzla aus. Zwei Tage von der Pest, von hier zu Fuß nach Zvornik. Wir gehen zwei Tage in großer Hitze in die Berge, wir nähern uns dem Zvornik und hören die Grüße der Kanonen. Wir überqueren den Fluss Drina.

Oktober den 2.

Wir sind in Serbien, im Meer von Kot. dem serbischen Kot, mit dem ich noch sehr oft Bekanntschaft machen sollte, in dem ich so oft liegen werde. Wir schreiten vorwärts, sehen niedergebrannte Kutschen, erste Zeugen des tobenden Krieges.

Oktober den 5.

Nach dreitägigem Irren ohne Menage und Brot haben wir heute unser Bataillon gefunden. Es liegt sechs Stunden von Zvornik entfernt und wir brauchten drei volle Tage. Begrüßung - jeder findet einen Bekannten - ich bin hier allein. Mache Bekanntschaft mit dem Kapitän Jupa, irgendwo von der Nähe von Unhost. Ein braver Mensch. In der Zeit der Not und des Hungers bringt er Brot. Es regnet und schneit, wir exerzieren.

Oktober den 8.

Wir bauen die Deckung in Kot und Wasser, ich schlafe in Pfützen. Als das Wasser unsere Unterkunft überschwemmte, bauen wir neue am Hügel. Es regnet jeden Tag, nein es giesst.

Oktober den 10.

Wir waren auf der Wacht, vier Stunden weit entfernt, kaum sind wir dort angekommem, mussten wir zurück. Ich bleibe zurück. Erst am Morgen habe ich unser Bataillon erreicht - es zieht um, ich gehe langsam nach. Kann nicht mehr - bin erschöpft. Drei Tage folge ich der Kompanie, schlafe und esse bei Regimenten, die ich erreiche.

Oktober den 13.

Heute habe ich mein Bataillon gefunden, in neuen Schützengräben am Waldrand.
Täglich Hunger, wenig Brot, es verbreiten sich Dysentherie, Dyphtherie und weitere Krankheiten.
Eine Portion Brot kostet drei Kronen, Jupa versorgt mich mit Brot aus der Küche. Erwarte Pakete, umsonst - die Leute von der Feldpost haben sie uns weggestohlen. Das selbe mit Rum und Wein. Die Offiziere sind betrunken, sie sekkieren und schlagen uns mit Stöcken.

Oktober den 15.

Täglich exerzieren wir Marsch eins-zwei - und der Magen knurrt. Und da sind wir nur in Reserve, wie wird es, wenn wir dann im Kampf sind. Ich schreibe oft nach Hause und nach Aussig, aber bekomme selten Antwort.

Der Krieg wird immer strenger - von Tag zu Tag. Wenn jemand seine Konserve isst, wird er für zwölf Stunden gefesselt und zahlt drei Kronen Strafe. Die Offiziere sind täglich betrunken und wir haben Not sogar um Wassser.

Oktober den 19.

Im besten Marsch fingen Schrapnells auf uns zu fallen, wir flogen auseinander. Die Dysentherie verbreitet sich, auch die ersten Läuse. Die Wachen werden strenger - wir erwarten die Serben. Meine Deckung ist sicher, schlimmer wird es, wenn ich werde hinaus müssen werde.

Oktober den 24.

Die Serben haben unseren Korporal bei einer Patrouille getötet. Das Wetter ist schön, Jupa war in Zwornik einkaufen, wir machen Geschäfte mit Tabak, Schokolade und weiterem.

November den 2.

Heute Nacht gab es einen Überfall. Die Serben haben uns überfallen, aber sie haben keinen Erfolg gehabt. Unsere Offfiziere haben sich wie die Ziesel versteckt.
Ich habe Glück gehabt, die Kugel flog durch die Schießscharte an meinem Kopf vorbei.
In nächster Nacht ein neuer Angriff, diesmal schärfer, es geht ums Leben. Von meinem Graben führt eine Leitung zur vorbereiteten Bombe. Nachts zur Patrouille in den Wald, der Feind ist 300 Meter von uns entfernt.

November den 5.

Vorwärts. Heute Morgen um 5 Uhr treten wir mit aufgesteckten Bajonetten auf. Um 8 Uhr sind wir auf die Serben gestoßen und es kam zu einem Zusammenstoß. Sie sind gut im Maisfeld versteckt und dezimieren uns mit den Maschinengewehren. Aus meinem Zug sind von 56 Leuten 32 verwundet oder tot. Mir flog eine Kugel durch die Mütze, als ich unvorsichtig den Kopf gehoben habe. Endlich am Nachmittag ziehen sich die Serben zurück, dafür aber grüßt uns ihre Artillerie. Die Nacht verbringe in einem schnell ausgegrabenen Loch. Meinen Gefährten Šimeèek traf die Kugel in den Hals.

November den 6.

Völlig vor Kälte erstarrt stehen wir auf und gehen vorwärts, essen im Wald im Regen von Schrapnellen. Der Major und Hauptmann sind verwundet. Beim weiteren Vorwärtsmarsch geraten wir in einen regelrechten Regen von Kugeln. Eine ging an meinem Kopf vorbei in den gerollten Mantel, in dem sie 23 Löcher macht. Wir liegen in serbischen Deckungen.

November den 7.

Wir betreten Krupanje, wo wir am Zugang zur Stadt Wacht halten. Die Artillerie zieht weiter zu Valjevo, das sich noch hält. Große Begeisterung, wir denken, dass wir bereits den Krieg gewonnen haben, ja es finden sich auch Propheten, die behaupten, dass wir zu Weihnachten zu Hause sind. Es hat doch der allmächtige Wilhelm gesagt.

November den 13.

Wir gehen nach Zavlaky, wo wir nachts vor dem Korpskommandanten defilieren. Wir gehen zur Wacht in die Berge mit dem Kadetten Brejnik. Bis Morgen sind wir von Schnee verschüttet. Es friert. Haben eine Schweinshälfte und Kraut gefunden, wir kochen. Wohnen in Kutschen und ernähren uns mit getrockneten Pflaumen.

November den 16.

Zurück ins Lager, es sind viele Gefangene hier, wir begleiten 1300 von ihnen nach Loznice. Beim Rückweg in großem Morast, blieb ich in einer Kutsche schlafen und setzte den Weg morgens nach Zavlaky fort. Finde das Dorf unter Wasser. Die grossen Regenfälle und vielleicht auch die Serben verursachten eine Überschwemmung. Der ganze Train und die Bäckereien stehen unter Wasser. Das Bataillon ist fort, und ich muss eine Stunde durch Wasser waten, um es zu finden, lasse mir Zeit.

November den 21.

Nach drei Tagen habe ich endlich mein Bataillon in Valjevo erreicht. Unterwegs ging es mir nicht schlecht. Wenn die Nacht sich näherte, haben wir eine Kutsche gefunden, ein Schaf getötet und gebraten. Wir verlassen Valjevo. Es friert und der Schnee fällt. Schlafen in den Feldern, hungrig, durchgefroren und kraftlos. Gehe auf Patrouille und gerate in einen Granatenregen. Wie durch Wunder bin ich dem Tod entgangen. Wir befinden uns in der Nähe der Serben, die die Hügel besetzt haben. Täglich bei der Patrouille Zusammenstösse mit den Serben. Ohne Brot - eine Portion für 10 Männer, 3 Tage ohne Menage, die Suppe den ganzen Monat lang ohne Salz..

Wir suchen alles, was es in der Umgebung zum Essen gibt, besonders Äpfel und Pflaumen.

November den 27.

Wir schreiten vorwärts im Schnee bis zu den Knien und erreichen die Hügel, die die Serben so zäh gehalten haben. In jedem Graben ein toter Serbe, alle erfroren. Zusammenstöße, täglich Vormarsch und Rückzug. Wir hungern und die Ungarn haben volle Säcke von Fleisch.

Dezember den 1.

Etwas ist im Gange - ich glaube, wir werden fliehen. Sind als Rückzugbedeckung. Liegen im Schnee, hungrig und täglich im Feuer. Ich wundere mich sehr, dass ich immer noch mit heiler Haut davon gekommen bin.
Dezember den 6.

Alles ist vergeblich. Schon den vierten Tag schießen wir und sind ohne Essen, ohne Offiziere und halten den letzten Hügel. Die Serben sind ringsherum. Heute war ich dreimal im wirklichen Kugelregen, die Kompanie ist zerschlagen, wir fliehen, jeder auf eigene Faust. Um mich herum knallen die Granaten im Schnee. Vor Müdigkeit kann ich nicht mehr gehen. Abends setze ich mich mit den Ungarn ans Feuer, plötzlich sind die Serben da: Bacaj puški, also werfe ich das Gewehr ab und bin gefangengenommen. Die Serben bestehlen uns sofort. Ich will meine Geldtasche nicht geben - der Serbe schlägt mich mit dem Kolben nieder und ich falle zur Erde. Da fährt die serbische Artillerie vorbei, ich bin gerettet.


Following: Serbian captivity




 
1914
1915
1916
~1917...


Introduction
In the Austrian
army
Serbian
captivity
Italian
captivity
French
captivity
original

Úvod
V rakouské
armádì
Srbské
zajetí
Italské
zajetí
Francouzské
zajetí


Einleitung
In österreichischer
Gefangenschaft
paralell


1914

1915

1916
 
~1917...